Pilotprojekt „Duale Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern“ – Antrag der Gruppe SPD / Bündnis 90/Die Grünen / FWLG zur Sitzung des Kreistages am 20.06.2018

Pilotprojekt „Duale Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern“

Der Kreistag möge beschließen:

  1. Der Kreistag begrüßt die gemeinsamen Bemühungen der Landesregierung, des Niedersächsischen Landkreistages und des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes hinsichtlich einer grundlegenden Reform der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Er unterstützt deren Absicht, diese künftig auch als duale Ausbildung zu organisieren. In diesem Zusammenhang ist die signalisierte grundsätzliche Absicht der Landesregierung, ab dem Jahr 2019 das Schulgeld an privaten Ausbildungsanstalten für Erzieherinnen und Erzieher zu übernehmen, ein erster richtiger Schritt.

  1. Der Kreistag erklärt seine Bereitschaft, bei Bedarf gemeinsam mit dem Land Niedersachsen in ein Pilotprojekt „Duale Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern“ einzusteigen und bittet den Landrat, sich bei der Landesregierung für die Einrichtung der dualen Ausbildung im Landkreis Göttingen – gern auch im Rahmen eines Pilotprojektes – einzusetzen. Voraussetzung ist eine Beteiligung des Landes an der Finanzierung der Ausbildungsvergütung analog zu den bestehenden Finanzhilferegelungen.
  2. Alle bildungspolitischen Untersuchungen des letzten Jahrzehnts betonen die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern als erste Bildungsvermittler in den häufig sehr heterogenen Gruppenstrukturen in den Kindertagesstätten. Bei einer dualen Ausbildung darf es keine Verschlechterung des Ausbildungsniveaus geben. Hierzu gehört insbesondere auch, dass Ressourcen für eine qualifizierte Ausbildung in den Kindertagesstätten selbst zur Verfügung gestellt und die erforderlichen Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden.
  3. Der Kreistag begrüßt die Absicht der Landesregierung, neben der beschlossenen Beitragsfreiheit in den Kitas auch die Übernahme der Ausbildungskosten für künftige Erzieherinnen und Erzieher und ein besseres Verhältnis zwischen Fachkraft und Kind umzusetzen. Erzieherinnen und Erzieher sind die Expertinnen und Experten für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung. Der Beruf ist anspruchsvoll und fordernd und muss künftig einen noch höheren Stellenwert in der Gesellschaft innehaben. Dies sollte sich perspektivisch auch in einer angepassten und verbesserten Bezahlung spiegeln.

Begründung

Nach neueren Berechnungen fehlen momentan mehrere Tausend Erzieherinnen und Erzieher, die für eine qualifizierte Arbeit in den Kitas eigentlich notwendig wären. Die Gründe dafür sind vielfältig. Um der Bedeutung der frühkindlichen Erziehung gerecht zu werden, sind verschiedene Maßnahmen notwendig. Eine dieser Maßnahmen ist die Befreiung von Schulgeld für die Ausbildung. Gleichermaßen notwendig ist aber nach Überzeugung der verschiedenen kommunalen Spitzenverbände eine zumindest teilweise Umstellung der Ausbildung auf ein duales System, die neben der bisherigen Fachschulausbildung eine qualifizierte und praxisnahe Ausbildung ermöglicht. Eine solche Umstellung lässt eine verstärkte Nachfrage nach einer Ausbildung und späteren Beschäftigung im Kita-Bereich erwarten und stärkt auch über einen verbesserten Betreuungsschlüssel die Bildungsqualität dieser Einrichtungen.

gez. Dierkes           gez. Worbes            gez. Dinges

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